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PAC-Ranking der wichtigsten firmenrelevanten IT-Trends 2016

[[11.01.16]] +++ Was 2016 in der Systemumgebung ihres Unternehmens zu tun ist, wissen die IT-Verantwortlichen an besten selbst. Doch es schadet nicht, diese Agenda mit den Topthemen 2016 abzugleichen, die das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) aufgelistet hat. Obenan steht die Digitalisierung – nicht die gehypten disruptiven Technologien, sondern die pragmatische Umsetzung der Digitalisierung durch das Zusammenwachsen laufender Trends. Hier finden also Analytik, Sourcing, Cloud und IT-Lieferantenmanagement zueinander.

Zehn Top-Trends und wie CIOs auf diese reagieren sollten, definieren Christophe Châlons, Head of Research & Chief Analyst von PAC, und Andreas Zilch, Lead Advisor User Business des Beratungsunternehmens, für das Jahr 2016: Digitalisierung:

  • Neue Technologien, Prozesse, Organisation planen und implementieren,
  • Cloud Computing: IT-Strategie an das neue Paradigma anpassen,
  • Two-Speed IT: Wege finden, die konkurrierenden Anforderungen an „Effizienz“ und „Innovation“ zu erfüllen,
  • Industrie 4.0/IoT: neue Chancen durch diese Trends erkennen und zum Nutzen des Unternehmens umsetzen,
  • Big Data Analytics: neue Technologien und Methoden umsetzen,
  • Sourcing/Skill Management/ Offshore: IT-Ressourcen intelligent einsetzen und managen,
  • Standardisierung/Automatisierung/ Optimierung: Ongoing Business, oftmals Voraussetzung für den Einsatz neuer Technologien und Methoden,
  • Agile Development/DevOps: neue Methoden, um IT-Entwicklung und -Betrieb flexibler, dynamischer und schneller zu machen,
  • Vendor Management: Vielzahl der aktuellen und künftigen Lieferanten Ende-zu-Ende steuern,
  • Security: ständiger Bedeutungszuwachs aufgrund neuer Trends und Paradigmenwechsel, oft unterschätzt.

An erster Stelle steht die Digitalisierung. Sie verfolgt aus PAC-Sicht zwei hauptsächliche Trends: Das sind zum einen Aktivitäten etwa im Marketing und Vertrieb unter dem Schlagwort „Customer Experience“. Zum anderen ist es das entstehende Internet of Things (IoT; deutsch: das Internet der Dinge/Internet der Dienste) mit seinen unterschiedlichen Ausprägungen wie Industrie 4.0, Connected Car, Smart Health, Smart Energy und Smart Cities. Durch den Einsatz mittlerweile gereifter Technologien wie Big Data/Analytics, Social Media, Mobility/Connectivity und Cloud Computing entstehen neue Produkte und Dienstleistungen, aber auch Geschäftsmodelle, Prozesse und Wertschöpfungsketten. Vorreiter wie Amazon, eBay, Booking.com, Uber oder Spotify setzen bestehende Unternehmen (und ihre IT-Abteilungen) unter Druck, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken.


„IT wird gerade vor dem Hintergrund neuer Geschäftschancen durch Digitalisierung und Industrie 4.0 immer wichtiger, die IT-Abteilung hingegen unwichtiger“ – so ließe sich die Entwicklung der letzten Jahre beschreiben. Im Gegensatz zum Stellenwert der IT sagt man in den meisten Unternehmen der IT-Abteilung nach, sie sei „zu schlecht, zu langsam, zu teuer“. Zwar konnte sie ihren Ruf zuletzt wieder verbessern, doch droht sie mit dem aktuellen Paradigmenwechsel hin zur Cloud neuerlich an Einfluss zu verlieren.


Zugleich muss der IT ein sehr schwieriger Spagat gelingen: Sie muss die laufenden IT-Services für das Unternehmen solide, sicher und kostengünstig anbieten und zugleich wichtige IT-Innovationen schnell und dynamisch einsetzen und integrieren können. Für die Zukunft muss sie sich also in zwei Richtungen entwickeln: zu einem internen Dienstleister, der die bestehenden IT-Services und Kernsysteme („Legacy“) solide und kostenbewusst betreibt, und zum anderen zu einem wichtigen Business Innovation Enabler für zukünftige Innovationen durch und mit IT.


Oft wird erwartet, dass Effizienzsteigerungen im Legacy-Betrieb (finanzielle wie personelle) Freiräume für Investitionen in neue Themen schaffen. Ermöglichen sollen dies die Standardisierung und Konsolidierung der IT-Landschaft, die Migration zu Cloud-Computing-Modellen (ob SaaS, PaaS oder IaaS) und Offshoring. Letzteres fand lange Zeit in Deutschland keinen Anklang, doch hat sich dies zuletzt geändert. Ebenso stehen Anbieter von Automatisierung und kognitiver Intelligenz in den Startlöchern, den nächsten Quantensprung in der Optimierung des IT-Betriebs einzuläuten.


Unklar bleibt, welche IT-Organisation angesichts der sehr unterschiedlichen Aufgabenstellungen die größte Effizienz und Erfolgswahrscheinlichkeit verspricht. Oft versucht die bestehende IT-Organisation Innovationen und neue technologische Ansätze quasi „neben dem Tagesgeschäft“ zu integrieren und die neuen Systeme dann in den normalen Betrieb zu übernehmen. In der Praxis scheitert dieser Vorsatz indes häufig, da dem IT-Betrieb eine wesentlich höhere Priorität eingeräumt wird. Treiber von IT-Innovationen sind daher oft die Fachabteilungen, die dazu üblicherweise auf SaaS-Lösungen zurückgreifen. Das funktioniert auch vielfach gut, solange keine Integration oder End-to-End-SLAs notwendig sind. Langfristig führt dieses Vorgehen aber zu sehr heterogenen und „zersplitterten“ IT-Services, die später in einem aufwändigen Projekt wieder konsolidiert und in einen effizienten Betrieb überführt werden müssen.


Darüber hinaus können die neuen Frontoffice-Anwendungen die Kundenerwartungen nur erfüllen, wenn sie perfekt mit dem Backoffice integriert sind und die Backend-Prozesse (wie Logistik oder Rechnungswesen) neu gestaltet werden. Moderne Anwendungsschnittstellen (APIs) erleichtern heute die Anbindung, können aber nicht alle Integrationsaufgaben lösen. Innerhalb der digitalen Welle stellt REST (Representational State Transfer) die beliebtesten Programmierparadigmen dar, um Verbindungen zwischen Systemen und Anwendungen zu schaffen. Einfach zu bedienen, nicht aufdringlich und geschätzt sowohl von den Geschäftsbereichen als auch von den Entwicklern und der IT-Abteilung wird REST als Katalysator für die Schaffung und Stimulierung digitaler Ökosysteme gesehen.


Ein eher neues, durchaus erfolgversprechendes Organisationskonzept ist die Herauslösung eines „Innovationsteams“ aus der klassischen IT. Dieser Ansatz soll primär Projekte mit einem hohen disruptiven Innovationspotenzial fördern, indem ein Innovationsteam neue Applikationen und Systeme zusammen mit externen Dienstleistern und internen Know-how-Trägern entwickelt und dann in den Regelbetrieb übergibt. Dieses Konzept, das insbesondere im Zusammenhang mit der Analyse von Big Data derzeit erprobt wird, erscheint erfolgversprechend, allerdings werden neue Profile wie der „Data Scientist“ und „Business Analyst“ sowie ein Skills-Mix aus Informatik, Mathematik und Statistik benötigt, um es zu bewerkstelligen.


Zur Innnovation im Bereich Software zählt unter anderem die stärkere Fokussierung auf Menschen, seien es die Nutzer von Softwareprodukten, die Kunden oder die eigenen Mitarbeiter. Die Entwicklung von neuen Benutzerkonzepten geht in Richtung „any device“. Ferner soll Software den individuellen Anwender in seiner Rolle nicht nur effizient, sondern proaktiv unterstützen. Immer mehr spielen dabei auch selbstlernende Systeme („Machine Learning“ und „Cognitive Analytics“) eine Rolle, welche zum Beispiel Aktionen vorschlagen, Angebote unterbreiten oder Entscheidungsalternativen darlegen.


Der Kunde wird über mobile Geräte, Portale und intelligente Web-Services Teil der Software-gesteuerten Unternehmensprozesse. Für immer mehr Unternehmen ist die Vernetzung mit dem Kunden bereits ein zentraler Differenzierungsfaktor. Dementsprechend hoch ist die Bereitschaft der Firmen, für entsprechende Software bzw. Cloud-Services Geld auszugeben. „Customer Experience Management“, „Customer Journey“, „empathisches CRM“ sind nur einige der derzeit diskutierten Begriffe, die für moderne Ansätze im Kundenbeziehungsmanagement stehen.


Dabei ist dieses nicht mehr nur eine Domäne von Marketing, Vertrieb oder Kundenservice, sondern auch eine Aufgabe der IT. Letztere muss die technischen Grundlagen für optimale Kundenerlebnisse schaffen, etwa durch die Integration von Backend- und Frontend-Systemen. Denn die Erwartungen, die an der Schnittstelle zum Kunden geweckt werden, müssen sich auch im Backend erfüllen lassen. Dem CIO kommt hierbei die Rolle zu, die Vielzahl an Digitalisierungsprojekten zu koordinieren sowie Frontend- und Backend-Prozesse intelligent miteinander zu integrieren, um eine optimale Customer Experience zu gewährleisten.


Den Menschen mehr in den Mittelpunkt stellen soll künftig auch ein innovatives Personalmanagement. Getrieben vom Fachkräftemangel, aber auch die Möglichkeiten im Bereich Social Collaboration, Webanwendungen, Mobilität sowie die damit verbundenen Datenanalysen nutzend, wenden sich immer mehr Unternehmen neuen Ansätzen der Mitarbeiterförderung und -qualifikation zu. Innovatives Personalmanagement wird zum Wettbewerbsfaktor.


Cloud Computing ist jetzt auch bei den mittelständischen Unternehmen angekommen, und die Anpassung geht mit großen Schritten voran. Fast jedes Unternehmen nutzt mittlerweile irgendeine Form von Cloud Services, allerdings sind sich viele Organisationen der Herausforderungen im Betrieb dieses Service-Modells noch nicht bewusst. Die standardisierten und sehr dynamischen Cloud-Plattformen brauchen ein komplett anderes Betriebskonzept im Vergleich zu eigenen Rechenzentrumsleistungen oder einem individuellen Outsourcing-Vertrag. Dies wird in den Jahren 2016 bis 2020 eine große Aufgabe für das Infrastructure Management und Application Management in den Unternehmen sein.


Big Data/Analytics scheint aus der öffentlichen Wahrnehmung etwas zurückgedrängt worden zu sein, in der praktischen Umsetzung ist das Gegenteil der Fall. Gerade die neuen Business/IT-Treiber Digitalisierung und IoT fördern den Einsatz von Big Data/Analytics. Durch die (teilweise) zeitnahe Analyse größerer Mengen an strukturierten wie unstrukturierten Daten aus unterschiedlichen Quellen entstehen neue, datenbasierte Geschäftsmodelle und -strategien. Zudem hält die Datenanalyse immer mehr Einzug in Anwendungssoftware, um Auswertungen sowie Prognosen für den Prozesskontext bereitzustellen.


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