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9. Dezember 2016

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Mit ERP-Software auf die Überholspur


Die Automobilbranche ist als deutsche Schlüsselindustrie ein wichtiger Impulsgeber für die Wirtschaft und ein Trendsetter beim IT-Einsatz. Bernd Hau, Vice President Sales bei Infor, spricht über Software-Entwicklungen für die Automobilbranche.


Bernd Hau Vice President Sales bei Infor: „Wir haben in den vergangenen 25 Jahren so viel Industrie-Know-how gesammelt, dass wir guten Gewissens behaupten können, dass wir die Sprache unserer Automotive-Kunden sprechen.“


Thomas Seibold: Als Unternehmenssoftware-Anbieter ist Infor traditionell besonders stark in der Automobilbranche vertreten. Wie entwickelt sich die Branche?

Bernd Hau: Aus Software-Anbietersicht ist die Automobil-Branche höchst spannend, weil der Markt extrem dynamisch ist. Allein wenn man aktuelle Marktzahlen betrachtet, wird das Ausmaß dieser Dynamik deutlich: Derzeit werden 32 Prozent aller Fahrzeuge weltweit in Asien produziert; China allein wird in diesem Jahr mehr als sechs Millionen Fahrzeuge bauen. Dagegen stagniert der westeuropäische Markt; höchstens in Ost- und Zentraleuropa wird derzeit Wachstum verzeichnet. In den USA schließen Ford und GM derzeit ihre Werke sogar schneller, als die japanische Konkurrenz sie öffnen. Wer als Lieferant davon profitieren will, dass der Osten bei Produktion und Bedarf an Fahrzeugen aufholt, muss Flexibilität zeigen. Grundsätzlich geht die Branche weltweit davon aus, dass der Automobilmarkt um sechs bis acht Prozent wachsen wird, weil immer mehr Autos pro Haushalt angeschafft werden und eine längere Lebenserwartung auch längeres Autofahren bedeutet. Nach derzeitigen Rechnungen kauft man im Laufe seines Lebens durchschnittlich 14 Fahrzeuge. Hersteller müssen sich auf diese Gegebenheiten einstellen, um erfolgreich am Markt zu agieren.

Thomas Seibold: Mit anderen Worten: Zuliefererbetriebe werden einen noch höheren Druck und mehr ökonomische Zwänge zu spüren bekommen?

Bernd Hau: Ganz sicher. Neben dem Preisdruck bereiten vor allem die steigenden Energie- und Rohstoffpreise sowie die hohen Lohnkosten und Steuern den Lieferanten Kopfzerbrechen. Für sie gibt es zwei Alternativen: Entweder wird die Produktion in die so genannten BCCs – kurz für Best Cost Countries – verlagert, in denen die Kosten für den Transport, Material, Qualität, Arbeitskraft, Wachstum, Infrastruktur und Risiko im optimalen Verhältnis stehen. Oder die bestehenden Prozesse werden so optimal gestrafft, dass höchst profitabel gearbeitet werden kann. Denn Lieferanten müssen berücksichtigen, dass sich der Trend zu immer komplexeren Geschäftsprozessen – wie Verlängerte Werkbank, Lieferung im Namen von, Lieferungskaskaden oder die Konsignationsläger – verschärft. Ziel ist es, Produktionsschritte an Tier-2- und Tier-3-Lieferanten auszulagern und diese Sublieferanten in den Mehrwertprozess mit dem OEM einzubeziehen.

Zudem erhöhen Qualitäts- und Compliance-Gesichtspunkte die Anforderungen an die Produktion weiter: Umweltschutzauflagen zwingen Hersteller und Lieferanten, schon in der Engineering-Phase über die Altauto-Entsorgung und Teile-Recycling nachzudenken. Ähnliches gilt für den Arbeits- und Umweltschutz, deren Vorschriften sich auf die Produktionsorganisation auswirken.

Thomas Seibold: Welche Konsequenzen hat das für Unternehmenslösungen?

Bernd Hau: All diese Herausforderungen haben Einfluss auf die Entwicklung der IT für Hersteller und Lieferanten: Sie benötigen exakt auf ihre Branche abgestimmte Enterprise Resource Planning-Systeme. Um die Kosten für Hardware, Software, Wartung und Pflege nicht explodieren zu lassen, sind Lösungen gefragt, die die verschiedenen Niederlassungen in unterschiedlichen geografischen Märkten in der entsprechenden Sprache und Währung unterstützen und dabei alle wesentlichen Geschäftsprozesse bereitstellen, die für die logistische und betriebswirtschaftliche Interaktion notwendig sind.

Thomas Seibold: Infor bedient 17 der 25 größten Automobilzulieferer. Was schätzen Ihre Kunden an den Infor-Angeboten?

Bernd Hau: Wir haben in den vergangenen 25 Jahren so viel Industrie-Know-how gesammelt, dass wir guten Gewissens behaupten können, dass wir die Sprache unserer Automotive-Kunden sprechen. Wir stehen ständig in engem Kontakt mit den OEMs und können unsere Software daher rasch an die neuesten Anforderungen anpassen. Das ist etwa im Umfeld der Chargenverfolgung und Supply-Chain-Prozesse wichtig: Unsere Lösung SupplyWEB deckt insbesondere die typischen Beschaffungsmethologien der Automobilbranche – wie Kanban, Liefer- und Feinabrufe und Verlängerte Werkbank – ab. Wir sorgen dafür, dass wir Prozesse mit unserer Software so optimieren und abbilden können, dass sich die Lean-Philosophie nicht auf den Shop-Floor beschränkt, sondern sich durch die gesamte Firma und ihre Geschäftsbeziehungen zieht.

Thomas Seibold: Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Bernd Hau: Ein gutes Beispiel sind unsere ergänzenden Lösungen für Automotive Customer Management: Da die Kunden immer mehr die Marktbedingungen diktieren, ist eine gezielte Betreuung unerlässlich. Wir liefern die entsprechenden Lösungen, die auf die Anforderungen der Automotive-Kunden zugeschnitten sind und die mit unseren und anderen ERP-Lösungen nahtlos integriert werden können. Zudem haben wir komplexe Geschäftsregeln für die Zusammenarbeit mit mehr als 450 großen Herstellern in der Automobilbranche in unseren Lösungen hinterlegt, an die viele unserer Kunden ihre Teile liefern. Das heißt, dass Unternehmen gleich produktiv mit Infor arbeiten können, statt ein langwieriges umfangreiches Customizing einer generalistisch angelegten Unternehmenssoftware vornehmen zu müssen. Und wenn sich die Anforderung eines Herstellers ändert und beispielsweise ein neues EDI-Dokument oder ein Barcode-Etikett gefordert ist, dann kümmert sich Infor automatisch darum, während sich unsere Kunden weiterhin auf ihr eigenes Geschäft konzentrieren.

Thomas Seibold: Was raten Sie Ihren Kunden, wenn sie ihr Geschäft innerhalb kürzester Zeit umkrempeln müssen, um dem Wettbewerbsdruck standzuhalten?

Bernd Hau: Da gibt es verschiedene Ansatzmöglichkeiten. Eine der vielversprechendsten ist wohl die Supply Chain-Konsolidierung. Sie lässt sich durch Standardisierung der Geschäftsprozesse im Bereich der Konsignationsläger respektive Supplier Managed Inventory (SMI) ebenso vorantreiben wie durch den Ansatz ‚One Face to the Customer’ beziehungsweise ‚One Face to the Supply Chain’. ‚One Face to the Customer’ impliziert, dass die Auftragsabwicklung und die dazugehörige Lieferkettenplanung an allen Standorten identisch ablaufen – egal wo der Kunde mit dem Unternehmen in Kontakt tritt. Möglich wird das durch den Einsatz
von Multi-Site-Management-Lösungen, von EDI-Systemen und dem Automotive Customer Management System als Teil des Infor-Portfolios. Ein Supply Chain Execution- (SCE-) System für die gesamte Lieferkette ermöglicht, dass auch die Lieferkette nach außen hin aus einem Guss wirkt. Unsere Lösung ist zudem Multi-Site-fähig, sprich: Sie liefert einen einzigen, durchgängigen Blick auf das gesamte Unternehmen und erleichtert damit die gesamte Steuerung.

Thomas Seibold: Viele Unternehmen im Automobilsektor arbeiten traditionell auf der iSeries. Welche Rolle spielt die Plattform in Ihrer Produktstrategie?

Bernd Hau: Wir schätzen die IBM-Plattform als robuste, hochverfügbare Infrastruktur, die leicht zu bedienen und zukunftssicher aufgestellt ist. Dementsprechend arbeiten wir eng mit IBM zusammen, um eine erstklassige Performance unserer Anwendungen auf diesen Plattformen sicherzustellen. Kürzere Innovationszyklen und schnell veränderliche Kundenbedürfnisse erfordern von unseren Kunden, dass sie Markteinführungszeiten kurz halten und sich eine gewisse Agilität bewahren. Das funktioniert nicht mit starren Lösungen. Daher hat sich die Kombination aus Infor-Software und den IBM-Plattformen bewährt.

Thomas Seibold: Geschäftsagilität wird heute zumeist in einem Atemzug mit serviceorientierten Architekturen (SOA) genannt. Welche Pläne verfolgt Infor in diesem Bereich?

Bernd Hau: Infor baut seine Produktlinien kontinuierlich aus, um neue Lösungen zu entwickeln, mit denen Kunden langfristig wettbewerbsfähig bleiben können. Dazu werden wir auch eine offene serviceorientierte Architektur nutzen. Sie wird eine unserer Schlüsselinitiativen sein, die heutige und künftige Anforderungen ausbalancieren kann. Mit Infor Open SOA können Kunden ihre Systeme nach ihren eigenen Anforderungen ausbauen; sie können wählen, wann, wie und wo sie von welchen neuen und zusätzlichen Infor-Lösungen profitieren möchten.

INFOR

Infor bietet voll integrierte Enterprise-Lösungen für ausgewählte Branchen sowie Stand-Alone-Produkte, die die Bereiche Enterprise Resource Planning, Supply Chain Planning und Execution, Customer und Supplier Relationship Management, Asset Management, Product Lifecycle Management und Business Intelligence abdecken. Abgerundet wird das Portfolio durch branchenübergreifende Finanzlösungen. Kundenzufriedenheit und Investitionsschutz haben sowohl beim Produktangebot als auch bei Service und Support erste Priorität für Infor.



Infor Global Solutions GmbH
www.infor.de




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